Tagung "Freiheit der Untertanen"

 

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Link: Polnische Historische Mission

 

Wissenschaftliche Tagung

Freiheit der Untertanen. Toleranz und Zwang als Taktik in der herrschaftlichen Politik

 

Termin: 18.-19. September 2017 (Montag und Dienstag)

Ort: Stadtarchiv Würzburg (Neubaustraße 12, 97070 Würzburg)

"Die Toleranz in der Gesellschaft muss jedem Bürger die Freiheit sichern zu glauben, was er will". Mit dieser Äußerung hat sich Friedrich der Große (1712-1786) als aufgeklärter Herrscher dargestellt, für den die Freiheit der Konfession seiner Untertanen äußerst wichtig ist. War diese Toleranz eine Folge der philosophischen Betrachtungen der Gelehrten dieser Zeit, die der preußische König idealistisch umsetzen wollte? Wie weit war das aber seine Taktik in der Innenpolitik, in der die "angesagten" Gedanken als ideologische Grundlage ganz pragmatisch benutzt wurden?

Im Mittelpunkt der Tagung steht die Freiheit der Menschen unter einer Herrschaft (vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert, im polnisch- und deutschsprachigen Kulturraum): Toleranz der Machtinhaber für die Meinungen und Aktivitäten seiner Untertanen, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Kultur sowie Religion. Ziel der Konferenz ist es, eine Darstellung der Ideen und Praxis der herrschaftlichen Innenpolitik, in der die Toleranz oder Zwang zur Taktik geworden waren, zu bieten.

Programm

18. September 2017 (Montag)

9:00-9:20 Grußworte: Dr. Axel Metz und Dr. Renata Skowrońska
9:20-10:00 Einführungsvortrag (Moderation: Prof. Dr. Andrzej Radzimiński)
Prof. Dr. Stefan Kwiatkowski, Uniwersytet Szczecinski – Menschliche Gerechtigkeit. Zum wechselnden Verständnis von Macht, Untertanentum und Menschenwürde im Ordensland Preußen
Diskussion
10:00-10:30 Kaffeepause

10:30-12:00 Die Bedeutung der Freiheiten der Untertanen in der Politik der Herrscher (Moderation: Prof. Dr. Andrzej Radzimiński)
Dr. Thomas Küntzel, Göttingen – „Wie gewonnen, so zerronnen". Gründung und Umgründung fürstlicher Städte unter den Stauferkaisern
Dr. Evelien Timpener, Leibniz Universität Hannover – Eigenmächtige Niederadligen oder ungehorsame Untertanen? Herrschaftlicher und adliger Umgang mit Fehdeführung in Sachsen, Meißen und Thüringen im 15. Jahrhundert
Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Paradiesische Zustände? Steuer- und Religionsfreiheit als ein herrschaftliches Lockmittel für Um- und Neusiedler in Früher Neuzeit und Moderne
Diskussion
12:00-13:30 Mittagessen

13:30-15:00 Freiheit als ein Konzept in Polen und Böhmen (Beispiele seiner Verwirklichung)
Prof. Dr. Jaroslav Čechura, Univerzita Karlova Praha – „Zweite Leibeigenschaft" im Böhmen der Frühen Neuzeit? Über einen Mythos
PD Dr. Anna Rothkoegel, Universität Bamberg – Geschichte der Toleranz-Idee in der polnischen Renaissance
Prof. Dr. Magdalena Niedzielska, Uniwersytet Mikołaja Kopernika w Toruniu – Das Recht zu opponieren im Königreich Preußen nach der Märzrevolution 1848
Diskussion
15:00-15:30 Kaffeepause

15:30-17:00 Religionsfreiheit in der „großen" Politik (Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Wüst)
Aleksandra Ziober M.A., Uniwersytet Wrocławski – The Role and Use of Religion in the Politics of Candidates to the Polish Throne in the 17th Century
Marcin Swobodziński M.A., Archiwum Państwowe w Gdańsku – Die Stellung der Protestanten in Litauen in der Politik Brandenburg-Preußen gegenüber Polen-Litauen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Prof. Dr. Tomasz Ciesielski, Uniwersytet Opolski – When Other Rulers defend Dissidents. Situation of Protestants and Orthodox Christians in the Commonwealth of the Saxon Era (1697-1763)
Diskussion

19. September 2017 (Dienstag)

9:00-10:30 Religionsfreiheit in der Innenpolitik
Dr. habil. Marek Melnyk, Uniwersytet Warmińsko-Mazurski w Olsztynie – Orthodox Magnate Kostiantyn Ostrozky and the Religious Policy of King Sigismund III Vasa (1566-1632)
Dr. habil. Mariusz Sawicki, Uniwersytet Opolski – Religious Coercion in the Distribution of Offices by the Polish Kings in Grand Duchy of Lithuania in the 17th Century
Nikolas Schröder M.A., Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – König Friedrich II. von Preußen und die „nützlichen" Sozinianer
Diskussion
10:30-11:00 Kaffeepause

11:00-12:30 Grenzen von Toleranz und Intoleranz I (Moderation: Dr. Axel Metz)
Dr. Peter Müller, Stiftung Universität Hildesheim – Der Hildesheimer Bürgermeister Hans Wildefuer. Ein spätmittelalterlicher Stadt-Tyrann
Dipl.-Gyml. Thomas Richter, RWTH Aachen – Konfessionelle Grenz-Freiheiten und Zunftzwang. Die frühneuzeitliche Reichsstadt Aachen im Spannungsfeld von Konfessions- und Wirtschaftspolitik
Dr. Anna Tarnowska, Uniwersytet Mikołaja Kopernika – Zwischen Rechtsstaat und Verwaltungsgewalt. Die rechtliche Lage der polnischen Minderheit in Großpolen und Westpreußen 1850-1914
Diskussion
12:30-14:00 Mittagessen

14:00-16:30 Grenzen von Toleranz und Intoleranz II
Dr. Lina Schröder, Universität Würzburg – Die beschränkte und kontrollierte Toleranz in den habsburgischen Niederlanden im 16. Jahrhundert
Dr. Ansgar Schanbacher, Universität Göttingen – Toleranz und Zwang beim Umgang mit Naturgefahren und Ressourcen in der Stadt der Frühen Neuzeit
Dr. Emilia Janowska, Ośrodek Badań Naukowych im. Wojciecha Kętrzyńskiego w Olsztynie – The Issue of Religious Tolerance in the Catholic-Orthodox Polemical Literature (16th-17th Century)
Schlussdiskussion

Veranstalter:

  • Polnische Historische Mission an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Dr. Renata Skowrońska
  • Stadtarchiv Würzburg – Dr. Axel Metz, Dr. Renate Schindler
  • Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń, Institut für Geschichte und Archivkunde, Lehrstuhl für Geschichte der Baltischen Länder – Prof. Dr. Andrzej Radzimiński
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Philosophische Fakultät, Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte – Prof. Dr. Helmut Flachenecker

Die Tagung wird in Verbindung mit dem Kolleg "Mittelalter und Frühe Neuzeit" veranstaltet.

Gefördert durch:

  • Bayerische Staatskanzlei
  • Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung
  • Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. Würzburg

 

 

 

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