Forschungsprojekt "Selbstzeugnisse"

 

Forschungsprojekt unter dem Titel "Selbstzeugnisse im polnischen und deutschen Schrifttum im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit (15.-18. Jahrhundert)"

Das Thema des zweijährigen, in Jahren 2012-2013 durchgeführten Projekts sind historische Quellen mit persönlichem Charakter (u.a. silva rerum, Memoiren, Tagebücher, Autobiographien, Korrespondenzen) und die in den Werken dargestellten Selbst- und Fremdwahrnehmungsweisen, individuellen Interpretationen und Bewertungen der Welt sein. Die Forschungsproblematik soll sich auf die Entdeckung der Mentalität der Menschen im Mittelalter und in der Neuzeit, auf die Analyse des Selbstbewusstseins und seiner Ausdrücke in Relation mit der familiären, gesellschaftlichen und politischen Lebenswelt konzentrieren.

Der erste Teil des Projektes war eine internationale wissenschaftliche Tagung unter dem Titel "Eine Quelle ständiger Missverständnisse? Selbst- und Fremdwahrnehmungen im Spiegel des polnischen und deutschen autobiographischen Schrifttums im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit (15.-18. Jh.)", die im September 2012 stattfand. Die Forschungen wurden durch drei Teams der Wissenschaftler während des monatlichen Aufenthalts in Würzburg weitergeführt. Die Projektteilnehmer (Professoren, habilitierte Doktoren, Doktoren, Doktoranden) wurden zur Durchführung der Forschungen zu den selbstausgewählten, mit dem Projekt verbundenen Themen sowie zur Vorstellung ihrer Ergebnisse und der Forschungsmethoden verpflichtet. Am Ende dieser Monate fanden für das Publikum offene Workshops statt, während deren die Projektsteilnehmer ihre Referate mit Zusammenfassung der durchgeführten Forschungen präsentiert haben. Die Ergebnisse der Forschungen der Projektteilnehmer werden veröffentlicht.

 

Teilnehmer des "Juli-Teams"

Prof. Dr. Stanisław Roszak (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń)

Presentation of the Project and its Participants. Introduction to the Research Topic

Ego-documents in Modern Europe. Poland – Germany – France – An Attempt at Comparative Analysis

Prof. Dr. Stefan Kwiatkowski  (Universität Szczecin)

Einführung in die Thematik der Selbstzeugnisforschung

Selbstzeugnis im religiösen Bereich. Zeugenaussagen in Akten des Kanonisationsprozesses Dorotheas von Montau aus den Jahren 1404-1406

Julia Możdżeń M.A. (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń)

Geschäftsbuch des Danziger Schiffers Caspar Weinreich aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Selbstzeugnis

Milda Kvizikevičiūtė M.A. (Universität Vilnius)

Silva Rerum in the 17th and 18th Century in Lithuania as Historical Sources for the Expression of their Authors

Joanna Orzeł M.A. (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń)

Between Paris and Gdansk. Feelings and Thoughts about 18th Century Germany Based on Józef Jerzy Hylzen's Diary

Dr. Agnieszka Wieczorek (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń)

The Image of the World as Seen by Missionaries of the Congregation of the Missionaries of St. Vincent de Paul in the Light of Correspondence and Missionary Books Dating from the 17th and 18th Centuries

 

Teilnehmer des "August-Teams"

Prof. Dr. Roman Czaja (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń)

Vorstellung des Forschungsprojekts und der Referenten

Korrespondenzen der Bürger aus dem hansischen Wirtschaftsraum im Spätmittelalter als Selbstzeugnis

Julia Halbleib (Universität Würzburg)

Biographie als Selbstzeugnis. Christoph Scheurls Lebensbeschreibung des Nürnberger Propstes Anton Kress (1478-1513)

Piotr Hapanowicz M.A. (Historisches Museum der Stadt Kraków)

Krakau in den Aufzeichnungen des Dominikaners Martin Gruneweg (1562-ca.1618)

Dr. Katarzyna Pękacka-Falkowska (Medizinische Universität Posen)

Leben und Sterben im verpesteten Thorn (1708-1711) im Licht von Berichten der Augenzeugen

Prof. Dr. Anuschka Tischer (Universität Würzburg)

Kurländische Adelige im 18. Jahrhundert auf der Suche nach Identität zwischen polnischer Herrschaft, deutscher Kultur und baltischer Heimat

Dr. Adam Perłakowski (Jagiellonen-Universität Kraków)

Immer für sich fremd. Polen und der Dresdner Hof zur Zeit August II. und August III. von Wettin

 

Teilnehmer des "September-Teams"

Prof. Dr. Janusz Tandecki (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń/Thorn): Bürgertestamente als Ego-Dokumente. Vergleichende Studien

Prof. Dr. Beata Możejko (Universität Gdańsk/Danzig): Königliche Äußerungen über die Bürger. Die Briefe von Kasimir IV. Jagellonicus, Johannes Albertus und Aleksander Jagellonicus an die Stadt Danzig

Dr. habil. Wojciech Mrozowicz (Universität Wrocław/Breslau): Zwischen Verschweigung und Selbstkreierung. Die Teilnahme des Verfassers an Ereignissen und die Art und Weise ihrer chronikalischen Darstellung (am Beispiel der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen schlesischen Quellen)

Marta Sikorska M.A. (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń/Thorn): The Cook, the Book and the personal Identity. The image of the world in Polish and German cookbooks from 16th and 17th centuries

Magdalena Figurniak M.A. (Universität Opole/Oppeln): Ego Documents in Correspondence of the Zamoyski Family in Times of the Chancellor Line (Jan „Sariusz” and Tomasz, Jan „Sobiepan” Zamoyski)

Monika Michalska M.A. (Jagiellonen-Universität Kraków/Krakau): „Grissovium nostrum dolet et luget…” Der territoriale Herrscher und seine Beamten im Licht eines Klostertagebuchs der Grüssauer Äbte aus dem 18. Jahrhundert

Prof. Dr. Miloš Řezník (Technische Universität Chemnitz): Galizien und seine Gesellschaft aus Wiener Sicht (1772-1800). Fremdheitskategorien, Inklusion und Exklusion

Stefanie Neumeister M.A. (Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken Würzburg): Die Darstellung aschkenasischer Lebenswelten im Reich im Spiegel des ersten Reisetagebuchs (1753-1757) des sephardischen Rabbiners Chaim Joseph David Asulai

Wiesława Duży M.A. (Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń/Thorn): Authors of Polish Memoirs from the End of 18th and the Beginning of 19th Centuries about an Old Age. Functions of Memoirs

 

Das Projekt wird dank der Unterstützung der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung und der Bayerischen Staatskanzlei durch die Polnische Historische Mission in enger Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Leitern des Projekts, den Professoren Roman Czaja, Stanisław Roszak, Janusz Tandecki vom Institut für Geschichte und Archivkunde der Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń und Professor Helmut Flachenecker vom Institut für Geschichte der Universität Würzburg durchgeführt.

 

 

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