Mario Glauert, Das Domkapitel von Pomesanien (1284–1527). Toruń 2003

 

Aus dem Vorwort:

Das am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen angesiedelte Langzeitprojekt "Germania Sacra" hat die Aufgabe, sämtliche Institutionen der Reichskirche (also Bistümer, Klöster und Stifte) von ihrer mittelalterlichen Gründung bis zur Reformation oder bis zur Säkularisation systematisch darzustellen. Das Projekt schafft Grundlagen für weiterführende Forschungen zur Personengeschichte, zur Verfassungs-, Verwaltungs- und Wirtschaftsgeschichte, zur Bildungs- und Religionsgeschichte geistlicher Institutionen. Dabei soll der Raum des mittelalterlichen Reiches in seinen Grenzen der Zeit um 1500, außer Italien und Burgund, erfasst werden. Schon seit dem 16. Jahrhundert gab es Ansätze, die Bistümer und Klöster dieses Gebietes historisch-statistisch zu bearbeiten. Eine auch damals schon so bezeichnete "Germania Sacra" war aber in ihrer Vielfalt von einem einzelnen nicht zu erschließen. Auch Versuchen einer Zusammenarbeit von mehreren Forschen war kein Erfolg beschieden.

Als das heutige Forschungsprojekt "Germania Sacra" 1917 im Kaiser-Wilhelm-Institut für Deutsche Geschichte in Berlin initiiert und dann 1956 in veränderter Form im Max-Planck-Institut für Geschichte wieder aufgenommen wurde, sahen sich des Zweiten Weltkriegs 45 Jahre lang eine wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen West und Ost. Aus naheliegenden Gründen waren kirchengeschichtliche Forschungen davon besonders betroffen. Als sich nach der welthistorischen Wende von 1989 die Grenzen wieder öffneten, erschlossen sich neue Wege der Zusammenarbeit auch zwischen polnischen und deutschen Historikern und zwischen den Institutionen, denen sich angehören.

Die vorreformatorischen Bistümer des ehemaligen Deutschordenslandes und freilich ein von der Vergangenheit nicht unbelasteter historischer Gegenstand. Gespräche zwischen dem Institut für Geschichte und Archivkunde an der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń und dem Max-Plank-Institut für Geschichte in Göttingen erwiesen sich jedoch als kooperativ und erfolgreich. Eine Zusammenarbeit im Blick auf eine nach dem Muster der "Germania Sacra" konzipierte Reihe wurde vertraglich vereinbart, ein paritätisch besetztes Herausgebergremium eingerichtet, ein Name für die neue Reihe gefunden: "Prussia Sacra".

Die Reihe wird eröffnet durch einen Band über das Domkapitel von Pomesanien. Durch die Gliederung in Anlehnung an die Bände der "Germania Sacra" wird die Vergleichbarkeit mit anderen geistlichen Institutionen gewahrt. Eine ausführliche Zusammenfassung in polnischer Sprache soll die Ergebnisse dieser Arbeit auch in Polen zugänglich machen.

Die Reihe steht deutschen wie polnischen Historikern gleichermaßen offen. Weitere Bände sind geplant oder schon in Arbeit. Dazu gehört ein Band über die Bischöfe von Pomesanien aus der Feder desselben Autors.

Wir wünschen der neuen Reihe viel Erfolg. Möge sie ihren Beitrag zu einer fruchtbaren wissenschaftlichen Kooperation zwischen den beiden Ländern leisten.

Göttingen und Toruń, im Juni 2002

Otto Gerhard Oexle

Andrzej Radzimiński

 

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